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RFID: Der nächste Schritt zum Kontrollstaat?

Aus mehreren Metern Entfernung lassen sie sich noch auslesen: RFID-Chips (Radio-Frequency-Identification-Chips), in Kleidung eingenäht. Datenschützer des Vereins zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs (Foebud) haben das bei einer Protestaktion in Bielefeld aufgezeigt.

Sie wollten damit demonstrieren, dass die Funkchips eine Gefahr für den Datenschutz und die Privatsphäre darstellen. Auf diesen ist nämlich eine eindeutige und nur einmal verwendete Produkt- und Seriennummer gespeichert. Das macht den Träger der Kleidung jederzeit identifizierbar.

Die RFID-Chips werden teilweise unerkannt in die Kleidung eingenäht. Das Bekleidungsunternehmen Gerry Weber beispielsweise versteckt sie in dem Textilpflegeetikett. Aus noch acht Meter Entfernung kann dieser Chip per Funk ausgelesen werden, mit deinem handelsüblichen Lesegerät, wie Anhänger von Foebud vor dem Geschäft von Gerry Weber vorführten.

Vor dem Laden hatten sie eine große Sprechblase aufgebaut, auf die sie die ausgelesenen Daten projiziert haben. Gerhard Weber, der Firmenchef zeigte sich erstaunt. Er habe sich „wenig informiert über die Risiken und Nebenwirkungen für Kundinnen und Kunden, die seine Kleidung kaufen sollen".

Um die Logistik zu verbessern seien die Chips eingebaut. Verbleiben sie in der Kleidung, werden sie „zur Gefahr für Kundinnen und Kunden", sagt Foebud und fordert, dass sie noch im Geschäft oder vor dem Versand entfernt werden. Ein EU-weites Gesetz soll helfen.

pego

Supportnet, Berlin, 16. Januar 2012
Original: http://www.supportnet.de/newsthread/2397106

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