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Funkchip-Kontrolle für Konsumenten

"Data-Privatizer" soll das Auslesen der meist versteckt angebrachten RFID-Tags ermöglichen | Und Lesegeräte anzeigen | Entwicklung von Datenschützern

Der Boom von Funkchips [RFID, Radio Frequency Identification], die bald auch alltägliche Konsumgütern markieren sollen, bereitet Datenschützern Kopfzerbrechen:

"Dies Chips sind nette, kleine Chips mit denen man lustige Sachen machen kann. Es ist immer das System, das gefährlich ist, und das System heißt Vernetzung", meint der unter dem Pseudonym "Padeluun" aktive Datenschutzexperte vom Bielefelder Verein FoeBuD.

Mit der Entwicklung eines "Data-Privatizer" will der FoeBuD nun den Bürgern etwas Praktisches in die Hand geben, um ihre Privatsphäre gegen Überwachung und Gefahren durch kommerzielle Datensammler zu verteidigen.


Der FoeBuD in Bielefeld

Der Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V. engagiert sich seit seiner Gründung 1987 für freie Vernetzung, Bürgerrechte, Datenschutz und demokratieverträgliche Technikgestaltung.
http://www.foebud.org/


Alarm, Alarm!

Für das kleine, praktische Gerät, das elektronische Datenschnüffler, sogenannte Transponder, aufspürt und meldet hat FoeBuD vor kurzem einen mit 15.000 Euro dotierten Preis des Ideenwettbewerbs "bridge-ideas" für die Realisation dieses Vorhabens gewonnen.

Gesucht wurden Ideen für eine Kampagne, die die Einschränkungen der Bürgerrechte durch neue Technologien thematisiert und Gegenstrategien zeigen kann.

"Wir basteln gerade den Data-Privatizer, der in unserer Vorstellung ganz viele Features haben soll. Also es soll RFID-Tags, die ja meist versteckt angebracht sind, wie in Etiketten, in der Kleidung, im Kragen, in den Schuhen wo auch immer sie drinnenstecken, auffinden und die Informationen auslesen" erklärt Padeluun.

Maximum und Realisierbares

Am liebsten wäre es den Entwicklern beim FoeBuD wenn ein universeller RFID-Daten-Handler entstehen würde.

Dieser sollte die Chips nicht nur auslesen, sondern auch deren Inhalt verändern, beziehungsweise die Chips einfach ausschalten können.

Interessant wäre eventuell auch die Simulation von RFID-Signalen. Damit ließen sich, so Padeluun, die entstehenden Systeme "spielerisch erforschen". In der Praxis werden sich angesichts knapper Mittel wohl nur die grundlegendsten Funktionen implementieren lassen.

Padeluun: "Konkret wird es auf jeden Fall diese Tags finden. Nett wäre auch ein Gerät, das die Abfrageeinheiten findet. Also wenn ich irgendwo in ein Feld komme, wo abgefragt wird, macht es: Alarm, Alarm, Alarm oder so."

FutureZone (ORF), 18. Januar 2004
Original: http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&id=209493

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